Geschichte der Ortsteile

Geschichte der Ortsteile und Siedlungen

Entwicklungen im Laufe der Zeit

Ortsplan Gemeinde Hohenbrunn

Frühgeschichte und Erste Siedlungen

Die Siedlung Hohenbrunn, früher „Ad Prunna“ genannt, existierte schon vor langer Zeit. Der Name deutet darauf hin, dass das Wasser tief aus der Erde geschöpft werden musste. Bei Erschließungsarbeiten westlich der Flößergasse wurden alte Schöpfstellen, Vorratsgruben und Pfahlbauten sowie ein Brunnen aus behauenen Eichenstämmen gefunden. Diese Funde deuten auf eine Besiedlung zwischen 500 und 800 nach Christus hin. Noch ältere Siedlungsspuren, etwa 2.000 Jahre vor Christus, wurden östlich des Grasbrunner Weges entdeckt.

Mittelalter

Ein schriftlicher Hinweis auf Hohenbrunn stammt aus dem Jahr 780, als Herzog Tassilo von Bayern Grundstücke in "Prunn" dem Abt von Wessobrunn übergab. Im Jahr 814 wird „Prunnum“ in einer Traditionskunde Freisings erwähnt, was als Gründungsjahr der Gemeinde gilt. Hohenbrunn war eine wichtige Urpfarrei und umfasste mehrere umliegende Orte. Im 14. Jahrhundert übernahm das Andreasstift in Freising die Vogtei und Gerichtsbarkeit in Hohenbrunn.

Kirche und Katastrophen

Die Dorfkirche, Sankt Stephanus, entstand früh und wurde im spätgotischen Stil erbaut. 1680 erhielt der Turm eine barocke Zwiebel. Ein Dorfbrand 1724 zerstörte viele Häuser und beschädigte die Kirche, die jedoch wieder aufgebaut wurde. Die Pestepidemie 1349 und der Dreißigjährige Krieg forderten viele Opfer und führten zu erheblichen Zerstörungen im Ort.

Bildung und Infrastruktur

Der Schulunterricht fand ab 1634 reihum in Bauernhäusern statt. 1798 erhielt Hohenbrunn ein eigenes Schulhaus, das 1950/51 erweitert wurde. Weitere Schulgebäude entstanden in den 1960er und 1970er Jahren. Der Ortsteil Riemerling bekam 1955 ein eigenes Schulhaus, das später erweitert wurde. Ein neuer Friedhof wurde 1956 angelegt und 1972 erweitert.

Nachkriegszeit und Wachstum

Die Bevölkerungszahl Hohenbrunns wuchs nach dem Zweiten Weltkrieg stark an, insbesondere durch den Zuzug von Heimatvertriebenen. Neue Siedlungen entstanden, und das Gebiet der ehemaligen Munitionsanstalt wurde teilweise als Industriegebiet genutzt. In den 1960er Jahren wurden Straßen ausgebaut und das Gebiet an die zentrale Wasserbeseitigung angeschlossen. 1972 wurde die Bahnstrecke München-Kreuzstraße in den S-Bahnbetrieb integriert, was die Anbindung an München verbesserte. Der Bau der A99 brachte weitere verkehrstechnische Vorteile.

Moderne Entwicklungen

1962 erhielt Hohenbrunn eine eigene Fahne, und 1982 wurde das neue Feuerwehrgerätehaus eingeweiht. Die Gemeinde hat sich seitdem weiterentwickelt und bietet heute eine hohe Lebensqualität durch ihre Nähe zu München und den Naherholungsgebieten.

Frühe Siedlungen und Namensherkunft

Riemerling entwickelte sich deutlich später als Hohenbrunn. Ursprünglich ein großes bewaldetes Gebiet, gab es hier nur vereinzelt Häuser. Eines der wenigen frühen Gebäude ist ein Straßenwärterhaus aus dem Jahr 1813, das an der Ecke Münchner Straße/Rosenheimer Straße steht. Vermutlich war es genau an diesem Straßenwärterhaus, wo 1832 der Tross von König Otto Halt machte, um den jungen Königssohn nach Griechenland zu verabschieden.

Der Name „Riemerling“ stammt vermutlich von „Riemerin“, einer Bezeichnung für landwirtschaftliche Wiesen in Altbayern, die im 19. Jahrhundert auf alten Katasterplänen erscheint. Diese Flächen gehörten zum Maxbauernhof in Riem und standen im Obereigentum des Klosters Weihenstephan. Der heutige Name entstand aus „die Riemerin“, woraus später „Riemerling“ wurde.

Entwicklung im 20. Jahrhundert

Die Bahnlinie von München nach Aying, die 1904 eröffnet wurde, war ein entscheidender Faktor für die Entwicklung Riemerlings. Mit dem Bau der Bahnlinie kamen immer mehr Ausflügler aus München und errichteten Wochenendhäuser. 1927 wurde der Name Riemerling offiziell anerkannt.

Ab 1928 wurden bauliche Richtlinien erlassen, die den Siedlungscharakter einer Gartenstadt erhalten sollten. Mylius Freyer begann 1922, Land zu parzellieren und zu verkaufen, wodurch die Mylius-Freyer-Kolonie entstand. In den 1920er Jahren entstanden weitere Kolonien wie die Kyrein-Kolonie in Riemerling-Ost.

Bauernstadel in Riemerling am Notinger Weg

Wachstum nach dem Zweiten Weltkrieg

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges verstärkte sich die Besiedlung, da viele Münchner, die ausgebombt worden waren, ihre Wochenendhäuser dauerhaft bezogen. Die Ansiedlung großer Firmen wie Messerschmitt-Bölkow-Blohm (auf dem Gelände ist heute EADS) und Siemens in Neuperlach ließ die Nachfrage nach Grundstücken weiter steigen.

Heutige Entwicklung

Die Nachfrage nach Grundstücken ist nach wie vor hoch, dank der guten Verkehrsinfrastruktur und der Lage nahe München. Riemerling ist heute ein begehrter Wohnort im südöstlichen Umland Münchens.

Frühe Siedlung

Um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert begannen erste Siedler, Block-, Land- oder Wohnhäuser an der südlichsten Gemeindegrenze von Hohenbrunn zu bauen. Diese kleine Ansiedlung nannten sie „Luitpold-Kolonie“.

Nachkriegszeit und Ausbau

Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Einwohnerzahl der Luitpoldsiedlung deutlich an, als zahlreiche Kriegsflüchtlinge und Heimatvertriebene dort Wohnbaracken errichteten. In den Jahren 1956 und 1957 diskutierte der Hohenbrunner Gemeinderat über die Übernahme von Baracken in den Besitz der Bundesvermögensstelle und den Erwerb von Grundstücken im Rahmen des sogenannten Lagerauflösungsprogramms. Trotz günstiger Grundstückspreise und staatlicher Zuschüsse kam es nicht zu eigenen Bautätigkeiten der Gemeinde. Stattdessen wurden notwendige Bebauungspläne erstellt, die rechtliche Grundlagen für eine Erweiterung der Luitpoldsiedlung legten. Am 17. April 1958 wurde im Beisein hoher Regierungsvertreter der Grundstein für die Erweiterung gelegt. Die Bautätigkeit entwickelte sich jedoch nur langsam, sodass Mitte der 1980er Jahre etwa 390 Menschen in der Luitpoldsiedlung wohnten.

Erweiterung und heutige Situation

Die Diskussion um eine Erweiterung der Luitpoldsiedlung, die seit Anfang der 1970er Jahre andauerte, konkretisierte sich zu Beginn der 1990er Jahre. Der Bebauungsplan für eine neue Siedlung westlich der Höhenkirchener Straße trat 1992 in Kraft. Aufgrund eines schwierigen Umlegungsverfahrens und rechtlicher Streitigkeiten dauerte es bis Ende des Jahrzehnts, bis die ersten Häuser in der neuen Luitpoldsiedlung gebaut wurden. Es entstand eine Siedlung, die bis heute aufgrund der unterschiedlichsten Baustile einzigartig ist.

Geografische Lage

Die Luitpoldsiedlung markiert die südliche Gemeindegrenze von Hohenbrunn zur Gemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn. Die einzige Flurstraße, die heutige Luitpoldstraße, liegt bereits auf dem Gebiet der Nachbargemeinde, ebenso wie die S-Bahnstation Wächterhof.

Entstehung und Lage

Mitte der 1920er Jahre entstand die Siedlung am Grasbrunner Weg mitten im Forstgebiet, nahe der Gemeindegrenze zu Putzbrunn. Sie ist die kleinste der Hohenbrunner Siedlungsgebiete und liegt zudem am weitesten von der Ortsmitte entfernt.

Siedlung am Grasbrunner Weg

Diskussion um Umgemeindung

Anfang der 1970er Jahre, im Rahmen der Gebietsreform in Bayern, stellten einige Bewohner dieser Siedlung den Antrag auf eine Umgemeindung nach Putzbrunn. In einem Gespräch zwischen den Bürgermeistern von Hohenbrunn und Putzbrunn am 13. März 1974 wurde die Angelegenheit ausführlich erörtert. Die Nachbargemeinde zeigte jedoch kein Interesse an einer Eingemeindung, insbesondere da die Siedlung nicht ohne das umliegende Waldstück umgemeindet werden konnte. Der Hohenbrunner Gemeinderat lehnte den Antrag am 21. März 1974 ab.

Kopfbild: Chrixxi/Adobe Stock

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